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Der Luchs galt in Hessen seit dem frühen 19. Jahrhundert als ausgerottet. Spätestens ab den 90 er Jahren verdichten sich allerdings die Hinweise, dass der Luchs sich insbesondere in Nordhessen wieder etablieren will. Ausgehend von ersten Sichtungen aus dem Ringau im Werra-Meißner-Kreis seit 1999 häufen sich ab 2000 auch die Meldungen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, Landkreis Kassel und dem Landkreis Hersfeld/Rotenburg. In den ausgedehnten Wäldern des Riedforstes, des Meißner/Kaufunger Waldes und Knüll findet er offensichtlich optimale Bedingungen sich dort heimisch zu fühlen.
Um die Verhaltensweise des Luchses weiter zu erforschen, insbesondere in Erfahrung zu bringen wie viele Individuen tatsächlich mittlerweile hier Ihre Spur hinterlassen, können gerade wir Jäger einen wichtigen Beitrag leisten. Melden Sie jeden verdächtigen Riss unverzüglich dem für Ihren Landkreis zuständigen Luchsbeauftragten, den sie unter der Internetseite des Arbeitskreises Hessenluchs in Erfahrung bringen können (http://www.luchs-in-hessen.de/beauftragte.html). Keinesfalls sollten sie einen Riss beseitigen oder wegziehen. Damit würde eine einmalige Chance auf weitere Aufnahmen durch Fotofallen verloren gehen, zumal der Luchs sich dann erneut um Nahrung kümmern müsste. In der Regel kehrt er mehrfach zum Riss zurück, um diesen zu fressen. Deutliche Hinweise für einen Luchsriss sind ein unter dem Kiefer befindlicher Kehlbiss, der in der Regel unterblutet ist, wobei der Abstand der Reißzähne ca. 3 - 3,5 cm beträgt. Häufig ist der Riss durch Laub oder Gras verblendet. Der Luchs frisst selten Innereien, so dass Anschnitte sich im Wesentlichen auf den Rücken, die Keulen und Blätter konzentrieren. Natürlich ist das nicht immer ganz einfach zu bestimmen, weil auch andere Nahrungskonkurrenten wie Schwarzwild, Fuchs oder Rabenvögel den Riss finden und damit dem Luchs streitig machen und die eindeutigen Hinweise verwischen können. Der Luchs weist eine Schulterhöhe von 50 bis 70 cm und ein Gewicht zwischen 17 und 30 kg auf. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 80 bis 120 cm. Weibliche Tiere sind (etwa 20 Prozent) kleiner als die Männchen. Damit hat der Luchs in etwa die Statur eines Rehs oder eines Schäferhundes. Luchse sind Einzelgänger. Die Reviergröße hängt von der Anzahl der Beutetiere ab und variiert beim Kuder zwischen 12 000 und 40 000 ha, bei der Luchsin zwischen 10 000 und 15 000 ha. Das Revier eines Männchens kann sich an den Rändern mit den Territorien mehrerer Weibchen überschneiden. Das macht den Raumbedarf unübersichtlich. Rechnerisch wird daher meist von einem Luchs auf 10 000 ha (100 Quadratkilometer) ausgegangen (Quelle: www.luchs-in-hessen.de) Nachweise von M2 beweisen allerdings, dass Territorien noch erheblich größer sein können. So wurde er im Söhrewald, am Rande des Knüllwaldes und Kaufunger Wald telemetriert. Letzte Sichtmeldungen wiesen ihn im Bereich Witzenhausen aus. Zeigt dies, wie groß ein Territorium sein kann. Die Meldungen weisen auf eine Reviergröße hin, die deutlich über 60.000 ha liegen wird. Die Ranzzeit der Luchse liegt je nach Region zwischen Februar und April. Die Tragzeit beträgt zwischen 67 und 74 Tagen. Im Mai und Juni werden dann zwischen einem und fünf Junge gesetzt. Auch dies hängt vom Nahrungsangebot ab. Der Luchs ist reiner Fleischfresser. Seine wichtigste Nahrung sind Rehe, gelegentlich auch schwache Rotwild-Kälber. Er erbeutet hiervon zwischen 50 und 60 im Jahr - also etwa ein Beutetier in der Woche. Der Luchs ist nicht gefährlich. Menschen geht er aus dem Weg. Auch Hunde werden in der Regel gemieden. Gerät ein Luchs allerdings auf der Flucht vor einem Hund in eine ausweglose Situation, wird er sich dem Verfolger stellen. Das gilt auch, wenn Jungluchse in Gefahr sind oder der Riss verteidigt werden muss (Quelle: www.luchs-in-hessen.de). In einem durchschnittlichen Luchsrevier (10.000 ha) werden durch uns Jäger etwa 600 Rehe pro Jahr erlegt (6 Rehe pro 100 ha). Bei einem Nahrungsbedarf von 50 bis 60 Rehen wären das gerade einmal 10 % von der Jahresstrecke, die ein Luchs erbeutet. Erfahrungswerte aus dem Harz belegen allerdings, dass sich seit der Auswilderung der Luchse 1999 die Rehwildstrecken dort nicht maßgeblich verändert haben. Die Streckenergebnisse erreichten beim Rehwild z.B. im LK Goslar im JJ 09/10 den 20jährigen Mittelwert und lagen in der Saison 2010/11 nur leicht darunter. Ähnliche Trends gibt es auch in den anderen Harzregionen. Die Rehwildstrecken schwanken allerdings im Harz winterbedingt seit jeher sehr stark (Auskunft des Luchsbeauftragten Nationalpark Harz). Auch bei uns zeigen die Abschussstatistiken keine signifikanten Unterschiede zu den vorangegangenen Jahren, so dass angenommen werden kann, dass der Luchs keinen maßgeblichen Einfluss auf die hiesige Rehwildpopulation hat. Aus subjektiven Erfahrungsberichten wurde allerdings mitgeteilt, dass sich das Verhalten des Rehwildes in einer geringeren Sichtbarkeit und einer erhöhten Vorsicht des Rehwildes ausdrücken soll, wobei dies wissenschaftlich nicht gesichert ist und auch andere Ursachen, wie beispielsweise die dieses Jahr lang anhaltende Trockenheit oder ein hoher Rotwildbestand haben könnte. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Im Ergebnis, so meine ich, muss man anbetracht der Wiedereinbürgerung des Luchses um die Rehwildpopulation keine Bange haben und sollte dem Luchs die Möglichkeit geben seinem natürlichen Verhalten nachzugehen. Die Rehwildverluste durch uns Menschen außerhalb der Jagdausübung, beispielsweise durch den Straßenverkehr, sind um ein Vielfaches höher. Wir sollten uns dem Luchs auch deshalb annehmen,
um die von uns angestrebte Vernetzung von Lebensräumen auch zum Wohle
anderer Wildarten, wie beispielsweise des Rotwildes, weiter zu fordern.
Es wäre wildbiologisch wünschenswert nicht nur dem Luchs die
Möglichkeit zum Wandern zu geben, sondern eben auch anderen Wildarten.
Anbetracht des bisher nicht umgesetzten Bundesprogramms „Wiedervernetzung
von Lebensräumen“, kann der Luchs damit, neben der räumlich
eng begrenzten Bewirtschaftung des Rotwildes entgegenzuwirken; auch ein
Argument zur Durchsetzung der Querungshilfen sein (siehe auch gemeinsame
Pressemitteilung des DJV, BUND und NABU aus Mai 2011). Insgesamt ist der
Luchs als die größte heimische Raubkatze eine Bereicherung
der Fauna und zugleich ein Weiser der Biodiversität unserer heimischen
Wälder (Text und Bilder: Ullrich
Goetjes - Vorsitzender Kreisjagdverein Hubertus Melsungen e.V.).
Bei schönem Wetter konnte die Streuobstwiese
unter Mithilfe der Hegegemeinschaft Spangenberg und Jägerschaft von
Eubach sowie einem Imker gepflanzt werden. Die lokale Presse war ebenso
vor Ort und berichtete über Biotopverbundflächen und dem Gewinn
für Flora und Fauna. Es ist für alle Beteiligten eine Herzensangelegenheit,
um die Entwicklung der landschaftlichen Agrarnutzung für unser Wild
und alle wildlebenden Arten positiv zu beeinflussen. Dazu braucht es Flächen,
die aus der Nutzung entnommen werden und biotopgerecht hergerichtet werden
müssen. Von dieser Streuobstwiese werden Singvögel, Insekten,
Bienen, Hasen, Rehe und viele weitere Arten profitieren. Solche Arbeitstreffen
haben auch den Nebeneffekt, dass die überregionale Zusammenarbeit
unter den Landnutzern mit Erfahrungsausstausch bereichert werden kann.
Dem zu Folge ist hier eine Förderung über die Naturlandstiftung
Schwalm-Eder iniziiert worden. Allen Beteiligten und Förderern, die
zu dem Gelingen beigetragen haben, einen herzlichen Dank.
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