Wildschaden - Regulierung und Seminare

Jedes Jahr werden Wildschadensseminare vom Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen e.V. angeboten. Die Termine werden unter www.vjeh.de/termine veröffentlicht. Wir bitten Sie auch um Weitergabe an interessierte Mitglieder oder Bekannte aus Ihren Reihen.

Die Materie des "Wildschadensersatzes" ist eine sehr spezielle und bedurfte in der Vergangenheit in den meisten Fällen keiner näheren Betrachtung, da eine gütliche Einigung zwischen dem Ersatzverpflichteten (in aller Regel der Jagdpächter) und dem Ersatzberechtigten stattfand. Aufgrund der in der Vergangenheit zugenommenen Wildschäden auf Grünland aber auch in Getreide und Mais, besonders durch das weiterhin in der Vermehrung begriffene Schwarzwild, ist das Konfliktpotential wegen der damit einhergehenden, teilweise nicht unerheblichen Kosten, gestiegen.

Die Städte und Gemeinden sind gemäß § 34 ff. des Hessischen Jagdgesetzes für die Durchführung des "Vorverfahrens" im Rahmen der Regulierung des Wildschadens verantwortlich. Oftmals bestehen bei der Durchführung dieses Verfahrens jedoch Unsicherheiten, da solche Verfahren bisher selten vorkamen bzw. oftmals bereits eine Einigung im Rahmen des "Gütetermins" zwischen den Beteiligten erreicht werden konnte. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Rechtsprechung teilweise in unüberschaubare und voneinander abweichende Einzelfallentscheidungen zersplittert ist und es im Vorfeld schlecht abzuschätzen ist wie ein Gericht entscheiden wird, sollten alle Beteiligten die rechtlichen aber auch fachlichen Grundlagen kennen, die zur ordnungsgemäßen Wildschadensregulierung notwendig sind.

Die vorbezeichneten Seminare sollen daher unter anderem die rechtlichen Grundlagen des Wildschadensersatzes aufzeigen und die fachlichen Grundlagen der Schadensschätzung vermitteln. Neben den sachbearbeitenden Gemeinden und den zumeist betroffenen Landwirten, richtet sich dieses Seminar daher insbesondere an die Jäger und Jagdpächter, die sich in der Praxis mit der Regulierung von Wildschäden befassen müssen. Über eine Teilnahme aus Ihren Reihen würden wir uns freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Referent Dr. Volker Wolfram

Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen e.V.

Taunusstraße 151

61381 Friedrichsdorf

Tel.: 06172 / 7106-137

Fax: 06172 / 7106-10

Internet: www.agrinet.de/vjeh

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Richtsätze Wildschaden 2017-2018
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Richtsätze zur Ermittlung von Aufwuchsschäden an landwirtschaftlichen Kulturen
Richtsätze Wildschäden 2017-2018.pdf
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Expertise über die Wildschadenregulierung von der 58. Landwirtschaftliche Woche Nordhessen
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Preise landwirtschaftlicher Produkte bei der Wildschadensregulierung

  1. Grundsätzlich sind folgende Preise für die Preisbildung maßgeblich:
    • zum Erntetermin
    • ortsüblich
    • betriebsspezifisch
  2. Es kommt immer der Verkaufspreis zum Zuge, lediglich in Betrieben, die ihr Getreide vollständig verfüttern, ist der Zukaufspreis maßgeblich.
  3. Bei Anwendung der Tabellen des RP Kassel, Dr. Lißmann ist zu beachten, dass es sich i. d. R. um Preise aus dem Vorjahr handelt, die selbstverständlich entsprechend angepasst werden müssen (nach oben und unten). Es handelt sich dabei nicht um eine amtliche Tabelle, sondern Orientierungswerte für Entschädigungsfragen jeglicher Art (Flurschäden, Rohrleitungsbau usw.), die bei kleineren Schäden zur Anwendung kommt. I. d. R. sollten Flächen ab 1.000 m² immer individuell geschätzt werden.
  4. Das Problem der Anwendbarkeit tritt insbesondere in Jahren mit wechselnden Preisen auf. Besonders extrem war das Jahr 2007 als die Preise während der Ernte sich verdoppelten und sämtliche Berechnungen auf Basis der RP-Richtsätze falsch waren.
  5. Die Richtsätze sind eine wertvolle Hilfe. Für die Regulierung von Flurschäden bedürfen jedoch einer sachgerechten Anwendung. Die Preisfindung muss jährlich überprüft werden. Insbesondere bei Ökökulturen ergeben sich je nach Vermarktungsweg zahlreiche Besonderheiten.
  6. Die Geschädigten sind zur Mitwirkung verpflichtet und müssen ggf. die individuellen Preise nachweisen.
  7. Kontraktpreise kommen nur zur Anwendung, wenn Kontrakte wegen Wildschäden nicht erfüllt werden können. 

Guxhagen, 02.08.2017    Dr. V. Wolfram